Was benötigen Designer von den Herstellern?

2026-06-14

Die Digitalmarketing-Agentur Unframed Digital hat ihren Branchenbericht 2026 mit dem Titel „Transparenz gewinnt: Wie Produktmarken online Vertrauen bei Designern aufbauen“ veröffentlicht. Basierend auf einer ausführlichen Umfrage unter 783 US-amerikanischen Designexperten analysiert der Bericht die Kernlogik und die wichtigsten Trends, mit denen Produktmarken im digitalen Raum das Vertrauen von Designern gewinnen.

Die Daten verdeutlichen das Online-Einkaufsverhalten von Designprofis: Fast alle (98–99 %) nutzen Online-Kanäle zur Produktbeschaffung, wobei 54 % auf die organische Suche setzen, um passende Produkte zu finden. Allerdings bestehen weiterhin erhebliche Probleme hinsichtlich Vertrauen und Informationsbarrieren: 59 % der Befragten geben an, Schwierigkeiten zu haben, der tatsächlichen Qualität online gefundener Produkte zu vertrauen, während 51 % mangelnde Preistransparenz bemängeln. Darüber hinaus bewerten 68 % der Designer maximal zehn Produkte, bevor sie eine Kaufentscheidung treffen; 64 % wünschen sich vollständigen Zugriff auf die Produktspezifikationen, bevor sie mit Vertriebsmitarbeitern Kontakt aufnehmen; und 38 % nennen herunterladbare Revit-Familiendateien und 3D-Modelle als die nützlichsten Website-Funktionen.

Der Bericht hebt hervor, dass Transparenz zu einem zentralen Faktor bei der Produktspezifikation und -auswahl geworden ist und die Art und Weise, wie Marken für Beleuchtungs- und Architekturprodukte das Vertrauen des Marktes gewinnen, grundlegend verändert. Für Hersteller ist die Schlussfolgerung eindeutig: Um in den Spezifikationen von Designern berücksichtigt zu werden, müssen sie Designern, Ingenieuren und Bauherren ein klares und intuitives Verständnis der wahren Eigenschaften und des Wertes eines Produkts vermitteln.

Langjährige Probleme in der Branche – wie etwa unklare technische Parameter, uneinheitliche Dateistandards, vage Marketingaussagen und die Schwierigkeit, Produkte direkt miteinander zu vergleichen – machen traditionelle Ansätze überholt. Heutzutage legen Planer Wert auf klare, leicht zugängliche Leistungsdaten, vollständige Transparenz hinsichtlich Materialien und Rückverfolgbarkeit sowie empirische Belege, die die Fähigkeit eines Produkts nachweisen, die Leistungsversprechen langfristig und zuverlässig zu erfüllen.

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Dieser Wandel hin zu mehr Transparenz ist weit mehr als eine moralische Haltung oder eine Marketingstrategie; er dient im Kern der Risikominderung entlang der gesamten Lieferkette. Sind Produktdaten offen und transparent, können Designer Produkte mit größerer Sicherheit vergleichen und auswählen, Installateure können unerwartete Probleme bei der Installation deutlich reduzieren und Eigentümer den langfristigen Produktwert präzise einschätzen. In einem Marktumfeld, in dem die Gesamtlebenszykluskosten, die einfache Bedienung und Wartung sowie die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften zunehmend an Bedeutung gewinnen, hat sich Transparenz zu einem zentralen Wettbewerbsvorteil für Unternehmen entwickelt.

Dieser Fokus auf Transparenz resultiert aus dem hohen Druck, dem Bauprojektteams ausgesetzt sind – von Energiestandards und Nachhaltigkeitszielen bis hin zu Gesundheits- und Wohlbefindensanforderungen und der Einhaltung von Beschaffungsrichtlinien –, wodurch die Anforderungen an Produktdokumentation und -verifizierung insgesamt deutlich gestiegen sind. Selbst ein Produkt mit überlegener technischer Leistung riskiert, von einem Wettbewerber verdrängt zu werden, der klare und leicht nachvollziehbare Informationen bietet, wenn sein eigener Bewertungsprozess umständlich oder intransparent ist.

Dieses Phänomen ist in der Beleuchtungsbranche besonders ausgeprägt, wo Designer zahlreiche Kriterien abwägen müssen – wie Energieeffizienz, Steuerungsmöglichkeiten, Farbwiedergabe, Blendungsbegrenzung und Anpassungsfähigkeit an verschiedene Lichtszenen. Produkte, deren Marketingaussagen exakt mit öffentlich zugänglichen Testergebnissen übereinstimmen, genießen hohes Ansehen; umgekehrt können hochwertige Produkte von Auswahllisten ausgeschlossen werden, nur weil die Informationen unvollständig oder schwer verständlich sind.

Darüber hinaus beseitigt Transparenz Hürden in der Zusammenarbeit von Projektteams. Standardisierte, übersichtliche Produktdokumentation ermöglicht Architekten, Lichtplanern, Ingenieuren, Händlern und Bauunternehmen die Arbeit mit einer gemeinsamen Informationsbasis. Dies verkürzt Prüfzyklen und minimiert den Nachbesserungsbedarf, sodass Beschaffungsentscheidungen auf der tatsächlichen Produktleistung und nicht auf Verkaufsversprechen basieren.

Der Bericht legt Herstellern, die ihre Wettbewerbsfähigkeit erhalten wollen, nahe, das Prinzip der Transparenz im gesamten Produktentwicklungsprozess zu verankern und nicht erst im Nachhinein zu berücksichtigen. Konkrete Umsetzungsstrategien umfassen: die Veröffentlichung standardisierter, einheitlicher Datenblätter; die proaktive Bereitstellung aussagekräftiger Prüfberichte von Drittanbietern; die klare Angabe der Belege für Marketingaussagen; die Vereinfachung der Produktzulassungsunterlagen, um einen direkten Vergleich zu ermöglichen; und die Antizipation potenzieller Fragen von Anwendern, um eine proaktive Informationsweitergabe zu gewährleisten.

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Aus langfristiger Branchensicht gilt eine grundlegende Regel: Der Markt bevorzugt Produkte, die sofort Vertrauen erwecken. Transparenz kann zwar Produktinnovation, Preisvorteile oder Designqualität nicht ersetzen, ist aber der entscheidende Faktor dafür, ob diese Kernkompetenzen vom Markt erkannt und von Designern anerkannt werden. Daher ist Transparenz nicht nur ein erster Schritt, um Aufmerksamkeit in der Branche zu erlangen, sondern ein zentraler Treiber für Marktanteile.


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