Aufgrund des explosionsartigen Anstiegs des Speicherbedarfs für KI-Server ist ein Mangel an KI-Speicherchips entstanden. Die Preise für DRAM und NAND sind um bis zu 70 % gestiegen. Dieser Speichermangel wird zwar die grundlegenden Beleuchtungskomponenten (LEDs, Treiber, Optiken) nicht direkt beeinträchtigen, könnte aber die Lieferungen von intelligenten und vernetzten Beleuchtungsprodukten – die auf universellem DRAM/NAND und eingebetteter Datenverarbeitung basieren – verlangsamen und die Kosten in die Höhe treiben.
**Was geschieht auf dem Speichermarkt?**
KI-Rechenzentren beanspruchen einen erheblichen Teil der globalen Speicherkapazität. Schätzungen zufolge wird der Großteil der neu hinzugefügten DRAM-Kapazität für KI-Beschleuniger in High Bandwidth Memory (HBM) umgeleitet. Große Anbieter verlagern ihre Kapazität an DRAM/NAND-Wafern für allgemeine Anwendungen – ursprünglich für PCs, Mobiltelefone und andere Elektronikgeräte vorgesehen – hin zu profitableren KI-Speicherprodukten. Diese Verlagerung führt zu anhaltenden Speicherengpässen und steigenden Preisen in anderen Branchen. Branchen- und Wirtschaftsexperten prognostizieren, dass die angespannte Speicherversorgung und die hohen Preise bis 2027/28 anhalten werden, was einen strukturellen Anstieg der Kostenbasis für speicherintensive Produkte bedeutet.

**Direkte Auswirkungen auf die Beleuchtungselektronik**
Für die Beleuchtungsindustrie sind diese Auswirkungen größtenteils sekundär und betreffen primär Steuergeräte, Gateways und Edge-Geräte, weniger die Leuchten selbst. Intelligente Leuchten, Sensoren und Gateways, die Mikrocontroller, eingebettete Module oder System-on-Module (SOMs) mit DRAM/NAND-Flash-Speicher nutzen, werden unter Druck geraten, was sich auf ihre Stücklisten auswirkt, und laufen Gefahr, längere Lieferzeiten zu haben – eine Situation, die der anderer elektronischer Produkte ohne KI ähnelt. Hersteller von Steuergeräten, die Lieferketten mit Unterhaltungselektronik- oder IT-OEMs teilen (z. B. Wi-Fi/BLE/Zigbee-Module mit integriertem RAM/Flash), könnten mit Problemen bei der Speicherzuweisung konfrontiert werden oder gezwungen sein, ihre Produkte neu zu gestalten, um alternative Speicherdichten oder pinkompatible Alternativen zu unterstützen. Edge-KI-Beleuchtungsprodukte – wie solche, die Anwesenheitsanalysen, kamerabasierte Personenzählung und visuelle adaptive Straßenbeleuchtung ermöglichen – sind besonders gefährdet, da sie eine größere Speicherkapazität pro Knoten benötigen, während Speicherressourcen immer knapper und teurer werden.
**Mögliche Auswirkungen auf das Geschäft von Beleuchtungsunternehmen**

**Höhere Hardwarekosten:** Die Komponentenkosten für Steuerknoten, intelligente Treiber und Gateways werden voraussichtlich steigen. Dies wird entweder die Gewinnmargen schmälern oder den Gesamtsystempreis für Smart-Lighting-Projekte erhöhen. Produkt-Tiering und Downgrade: Ähnlich wie PC-Hersteller manchmal die RAM-Kapazität reduzieren, um bestimmte Preisziele zu erreichen, könnten Hersteller von Steuerungssystemen die Speicherkonfigurationen einfrieren oder herabstufen und dadurch die Firmware-Funktionen oder die On-Device-Analysekapazität für günstigere Produkte einschränken.
Verzögerungen bei Projekten für fortschrittliche Systeme: Wenn der Speicher in den eingebetteten Computersystemen oder den in großflächigen Lichtsteuerungs-Backbones verwendeten Industrie-PCs zum Engpass wird, könnte die Umsetzung komplexer Beleuchtungsprojekte für intelligente Gebäude oder intelligente Städte mit verlängerten Vorlaufzeiten konfrontiert werden.
Wettbewerbsdifferenzierung: Unternehmen, die sich stärker auf künstliche Intelligenz konzentrieren – und Analysen, digitale Zwillinge und bildbasierte Steuerungen anbieten – werden anfälliger für Schwankungen bei den Speicherpreisen und der Verfügbarkeit sein als diejenigen, die einfachere sensorgesteuerte oder zeitplanbasierte Systeme verkaufen.
Nettoauswirkungen auf den Beleuchtungsmarkt
Herkömmliche LED-Leuchten und einfache Steuerungssysteme dürften nur minimal betroffen sein, da sie deutlich weniger auf externen Speicher mit hoher Dichte angewiesen sind als andere Produktkategorien. Im Gegensatz dazu könnten intelligente, KI-gestützte und vernetzte Beleuchtungsprodukte in den nächsten zwei bis drei Jahren mit höheren Stückkosten, strengeren Spezifikationen für rechen- und speicherintensive Komponenten sowie Verzögerungen bei der Einführung innovativer Funktionen konfrontiert sein.

