Kürzlich gab LORDIN, ein südkoreanisches Unternehmen für OLED-Materialien, bekannt, dass es nach sechs Jahren intensiver Forschung mit seiner eigenständig entwickelten ZETPLEX-Technologie das Problem der Lebensdauer blauer phosphoreszierender OLED-Materialien gelöst und die kommerzielle Machbarkeit des Produkts bestätigt hat.
Es ist bekannt, dass die Emitterschicht (EML) einer OLED aus organischen Materialien besteht und Licht emittiert, sobald Strom angelegt wird. In OLEDs enthält die EML typischerweise eine Kombination aus Wirtsmaterialien und Dotierstoffen (wie fluoreszierenden oder phosphoreszierenden Materialien), die zusammenwirken, um verschiedene Lichtfarben (Rot, Grün und Blau) zu erzeugen. Zusammensetzung und Design der EML bestimmen die Effizienz und Farbreinheit der OLED und sind eine Schlüsselkomponente von Hochleistungs-OLED-Displays.

Die Forscher von LORDIN hatten sich zum Ziel gesetzt, die Einschränkungen von Mehrkomponenten-EML-Systemen zu überwinden, wie beispielsweise die Schwierigkeit, das Mischungsverhältnis zu kontrollieren, die hohen Produktionskosten und die Komplexität der photophysikalischen Eigenschaften von OLEDs. Obwohl herkömmliche Dreikomponenten-EML-Systeme effektiv sind, bleibt die optimale Energieübertragung zwischen Wirts- und Dotiermaterial eine Herausforderung.
Um diese Herausforderungen zu bewältigen, entwickelten und synthetisierten Forscher von LORDIN ein fusioniertes pH-FD-Molekül, das die Funktionalität eines p-leitenden Wirtsmaterials und eines blauen fluoreszierenden Dotierstoffs in einem einzigen Molekül vereint. Dieses Design ermöglicht einen nahtlosen Energietransfer zwischen dem angeregten Komplex (gebildet aus pH und nH) und der FD-Einheit, wodurch herkömmliche Mehrkomponentensysteme überflüssig werden.
Vereinfacht ausgedrückt zeichnet sich die ZETPLEX-Technologie dadurch aus, dass sie die für herkömmliche Vierkomponentenstrukturen erforderliche hocheffiziente blaue Leuchtschicht mit nur einer Zweikomponentenstruktur realisiert. LORDIN gibt an, dass seine kürzlich produzierten OLED-Bauelemente eine externe Quanteneffizienz (EQE) von über 20 % und eine Lebensdauer von etwa 60 % im Vergleich zu bestehenden phosphoreszierenden blauen Leuchtdioden aufweisen. Durch die signifikante Reduzierung der Abscheidungstemperatur des Leuchtmaterials sowie die Verbesserung der Ansteuerspannung und des Effizienzabfalls bei hohen Helligkeiten soll diese Technologie Panelherstellern helfen, Prozesse zu vereinfachen und die Ausbeute zu steigern.
Über die technologischen Aspekte hinaus hat LORDIN auch Fortschritte beim Aufbau einer indischen Lieferkette für die Lokalisierung von Materialien und eine stabile Massenproduktion erzielt.

Um eine stabile Versorgung mit Schwerwasser – einem zentralen Rohstoff für hochreine OLED-Prozesse – sicherzustellen, hat das Unternehmen zunächst einen ersten Liefervertrag mit einem indischen Partner abgeschlossen. Aktuell verhandelt LORDIN über einen zweiten Schwerwasserliefervertrag, der der größte seiner Art unter privaten Unternehmen in Südkorea sein wird. LORDIN erhofft sich durch diesen Schritt eine Lösung für die instabile Rohstoffversorgung und eine höhere Wettbewerbsfähigkeit.

